Akira Toriyama und die »Paradise Papers«

Beitrag von Matt @matt@x0r.be

Am 5. November 2017 strahlte das Erste die Dokumentation Paradise Papers – Zocker, Trickser, Milliardäre aus. Die Paradise Papers (パラダイス文書 oder パラダイスペーパー), die der Süddeutschen Zeitung 2016 zugespielt wurden, verraten, welche (zwar oft legalen, aber moralisch fragwürdigen) Methoden von zahlreichen Politikern und anderen prominenten Persönlichkeiten (z.B. Lewis Hamilton und Bono) genutzt werden, um sich davor zu drücken, Millionen an Steuergeldern zu bezahlen. In einem in der ARD-Dokumentation gezeigten Skype-Gespräch zwischen den beiden ICIJ-Journalisten Jochen Becker (NDR) und Shunsuke Itabashi (NHK) wird leider auch der Dragon Ball-Autor Akira Toriyama erwähnt:

Quelle: Paradise Papers – Zocker, Trickser, Milliardäre (00:14:08) und NHK-Special vom 12. November 2017
Itabashi:
Wir recherchieren hier in Japan auch zu einem berühmten Cartoon-Zeichner.

Itabashis Kollege:
Akira Toriyama (zeigt ein Bild von Son Goku auf seinem Telefon).

Becker:
Akira. Ja, ich kenne Akira.
Ebenfalls am 5. November 2017 berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo, dass Akira Toriyama tatsächlich in den Paradise Papers genannt wird und gemeinsam mit elf weiteren japanischen Staatsbürgern im Jahr 2000 Geld in ein US-amerikanisches Immobilienunternehmen investiert haben soll. Laut Asahi Shimbun soll dieses Unternehmen alte Apartments mit Krediten und Eigenkapital gekauft haben, sodass Investoren dann bei den Behörden ein niedrigeres Einkommen angeben konnten, indem sie von dem Gewinn des Unternehmens die Wertminderung der Immobilien und andere Verluste abzogen. Später wurde festgestellt, dass die Buchhaltung des Unternehmens gesetzeswidrig war. 2005 setzten die Steuerbehörden die Investoren schließlich darüber in Kenntnis, dass sie zusätzliche Steuern zahlen müssten.

Gegenüber Kyodo und Asahi Shimbun wollte sich Toriyama zu den Vorwürfen nicht äußern, also befragten ihn Reporter des Flash-Magazins drei Tage nach der Enthüllung der Paradise Papers, am 8. November 2017, direkt vor seinem Haus:
Haben Sie in amerikanische Immobilienunternehmen investiert, um Steuern zu vermeiden?
Mit solchen Dingen beschäftige ich mich überhaupt nicht. Die überlasse ich anderen. Damit ich mich auf meine Arbeit konzentrieren kann, überlasse ich das anderen Leuten.

Hat man Sie gefragt, als es darum ging, in eine Steueroase zu investieren?
Diese Entscheidung habe nicht ich getroffen. Manchmal sagten sie, dass ich etwas unterschreiben müsste, mehr nicht.

Haben Sie von Ihrem Steuerberater irgendwelche Berichte erhalten?
Ja. Ich habe nichts Falsches gemacht, und jetzt gehört das alles der Vergangenheit an... Ah, ich verstehe von diesen Dingen nichts, deswegen haben sie mir auch gesagt, dass ich, selbst wenn ich danach gefragt werde, nicht darüber reden soll. Tut mir Leid...
Die Paradise Papers zogen bisher (Stand: März 2019) keine juristischen Folgen für Akira Toriyama nach sich. Das gilt nicht für alle prominenten Namen, die in den Papieren auftauchten: Beispielsweise muss Shakira, die ebenfalls in den Paradise Papers genannt wurde, am 12. Juni 2019 in Spanien vor Gericht erscheinen.





Quellen: ANN, daserste.de, icij.org, twitter.com/Herms98

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