Interview mit Takami&Nakamura zum »Dragon Ball Super«-Anime

Beitrag von Jawaki

Am 9. März 2018 wurde auf der offiziellen japanischen Dragon Ball-Webseite ein Interview mit dem Dragon Ball Super-Produzenten Satoru Takami (高見暁) und dem Dragon Ball Super-Serien-Regisseur Ryōta Nakamura (中村亮太) veröffentlicht. Die beiden sprechen in dem Interview unter anderem über Akira Toriyamas Rohentwürfe für die "Universum Survival"-Saga und erklären, wodurch sich diese von ihrer Anime-Umsetzung unterscheiden:

Quelle: dragonball.news
Da die Dragon Ball Super-Anime-TV-Serie bald ihren Höhepunkt erreicht, sind Sie beide freundlicherweise vorbeigekommen, um darüber zu sprechen. Fangen wir also an: Wann haben Sie begonnen, an Dragon Ball Super zu arbeiten?
Takami: Ich habe ungefähr bei der Hälfte angefangen, daran zu arbeiten, kurz bevor die "Zukunfts-Trunks"-Saga begann.

Nakamura: Ich arbeitete ab der "Universum 6"-Saga an einzelnen Episoden. Danach kümmerte ich mich um die Produktion einzelner Episoden der "Zukunfts-Trunks"-Saga und dann wurde ich mit der "Universum Survival"-Saga zum Serien-Regisseur.

Wann sind Sie beide Dragon Ball zum ersten Mal begegnet?
Nakamura: Als ich in der Grundschule war, habe ich mir den Anime jede Woche angesehen. Ich erinnere mich daran, in der sechsten Klasse das "Toei Manga"-Festival besucht zu haben und einer der drei dort gezeigten Filme war "Der unglaublich Stärkste gegen den Stärksten" mit Coola.1 All meine Freunde und ich haben die Serie gemocht und jetzt ist es mir eine Ehre bei Toei Animation zu arbeiten und dafür verantwortlich zu sein.

Takami: Ich bin auch als Grundschüler zum ersten Mal darauf gestoßen. Meine Freunde und ich führten häufig Diskussionen darüber, wer stärker sei: Goku oder Kenshirō2. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir nie erträumt, eines Tages an der Anime-Produktion beteiligt zu sein.

Wann haben Sie mit dem Entwicklungsprozess der "Universum Survival"-Saga begonnen, und wie sah dieser aus?
Takami: Zuallererst basiert Dragon Ball Super auf dem "Originalentwurf" von Toriyama-sensei. Deswegen unterscheidet es sich von den Originalgeschichten, die Toei Animation damals für Dragon Ball Z machte. Stattdessen hängt es davon ab, wie Toei Animation den von Toriyama-sensei erdachten Originalentwurf darstellt. Auch die "Universum Survival"-Saga entsprang aus einem Originalentwurf von Toriyama-sensei. In diesem Entwurf stand [z.B.] einfach: "80 Leute kämpfen in einem Durcheinander" (lacht).3

Nakamura: Das stimmt. Zu dieser Zeit bekamen wir auch mehrere von Toriyama-sensei persönlich gezeichnete Character-Design-Illustrationen. Dann gab es auch die Design-Illustration für die Arena, die der Daishinkan gebaut hat. Mittlerweile sieht diese Arena jedoch ziemlich mitgenommen aus (lacht).

Welche Charaktere waren in dem ursprünglichen Rohentwurf?
Nakamura: Jiren, Toppo, Dyspo und der Gott der Zerstörung Quitela waren die Charaktere, die als erstes gezeichnet wurden.

Waren die Pride Troopers aus Universum 11 auch Designs von Toriyama-sensei?
Nakamura: Sie waren nicht Teil seiner Designs, da aber Jiren und Co. alle rot-schwarze Anzüge tragen, gab er uns die Erlaubnis es so auszuarbeiten.

Takami: In Senseis ursprünglichem Rohentwurf gab es keine Informationen über Jirens Persönlichkeit. Da die harten Gegner in Dragon Ball Super bisher nihilistische, coole Charaktere, wie Hit und Zamasu, waren, haben wir es für das Beste gehalten, Jiren sehr gesprächig zu machen, also erdachten wir uns für ihn den Hintergrund des Helden der Gerechtigkeit. Jiren war für diese Helden-Kompanie von zentraler Bedeutung.

Nakamura: Als wir diesen Vorschlag Toriyama-sensei unterbreiteten, antwortete er: "Jiren ist ein Charakter, der nicht spricht." Zu diesem Zeitpunkt schickte uns Toriyama-sensei die Hintergrundgeschichte in der seine Eltern und sein Kampfkunstmeister getötet worden sind. Er sagte, dass Jiren im Gegensatz zu Hit oder Zamasu eben ein Charakter dieser Art sei.

Takami: Und so wurde die Charakterisierung, die wir uns ursprünglich ausgedacht hatten, an Toppo weitergegeben.

Es war interessant zu sehen, wie Toppo zu einem Gott der Zerstörung wurde, obwohl er immer über Gerechtigkeit spricht.
Nakamura: In Toriyama-senseis Hintergrundgeschichte für Toppo war schon enthalten, dass er ein Kandidat für den Posten des Gottes der Zerstörung sei, also haben wir dieses Element etwas ausgebaut. Zuerst waren wir uns nicht sicher, was wir mit Dyspo anstellen sollten, aber nachdem die Rolle an Bin Shimada gegangen war, wurde er wie selbstverständlich zu einem überheblichen Charakter.4 Als die Konzepte dieser drei Charaktere feststanden, erdachten wir die anderen Mitglieder so, dass sie zu diesen passen würden.

Takami: Die verwandelte, rundliche Form von Ribrianne aus Universum 2 wurde auch von Toriyama-sensei designt. Darauf basierend fügten wir die Idee hinzu, dass sich ein zierliches Mädchen in diese rundliche Person verwandeln könnte.

Nakamura: Die weibliche Saiyajin Caulifla gehörte auch zu Toriyama-senseis Character-Designs.

Takami: Sie war nicht Teil des ursprünglichen Rohentwurfs. Während einer Story-Sitzung wurde erwähnt, dass Broli sehr beliebt sei.5

Nakamura: Davon ausgehend erdachten wir die Charakterin Kale.

Takami: Wir wollten einen Broli-ähnlichen Charakter, aber es wäre langweilig gewesen, eine exakte Kopie zu haben. Also machten wir den Charakter zum Mädchen und designten Kale bei Toei Animation. Als wir sie Toriyama-sensei zeigten, war er einverstanden und zeichnete Caulifla.

Nakamura: Also beschlossen wir Kale und Caulifla miteinander zu verbinden.

Takami: Die beiden funktionierten unglaublich gut.

Nakamura: Ich denke, ein Grund für ihren Erfolg war die Tatsache, dass sie von Yukana-san und Yuka Komatsu-san vertont wurden.

Ich war überrascht, als ich davon hörte, dass Yukana-san in Dragon Ball Super sein würde. Es schien ihrem Image zu widersprechen...?
Nakamura: Ja (lacht). Ich bin froh, dass Yukana-san und Komatsu-san dabei waren. Ihre Zusammenarbeit scheint unglaublich gut funktioniert zu haben. Als Kale und Caulifla die Potara benutzten, um sich zu Kafla zu vereinigen, mussten sie für die Rolle ihre Stimmen synchronisieren. Yukana-san war unglaublich. Komatsu-san blickte bei der Aufnahme ihrer Dialoge wie immer auf den Bildschirm, aber Yukana-san beobachtete Komatsu-sans Mund, um sich mit ihr zu synchronisieren. Bei diesem Anblick dachte ich: "Hey, diese beiden bilden ein gutes Team."

Wie viel Story beschrieb Toriyama-sensei in seinem Originalentwurf?
Nakamura: Der Handlungsstrang der Krieger aus Universum 7 wurde von Anfang bis Ende in einem Dokument schriftlich festgehalten. Beispielsweise gegen wen Piccolo kämpft und verliert, oder wer schlussendlich überlebt. Ebenso der Verlauf des Kampfes zwischen Universum 7 und Universum 11... alle Hauptpunkte wurden darin aufgeschrieben.

Auch die Teilnehmer aus Universum 7...?
Nakamura: Natürlich, Toriyama-sensei beschloss alle, von Goku bis Freeza. Die Überraschung, Buu am Ende durch Freeza zu ersetzen, war auch Toriyama-senseis Idee. Wir fügten dann weitere Details zu der Hauptgeschichte von Toriyama-sensei hinzu.

Mir fällt kein bisheriger Anime mit einem 80-Personen-Battle Royale ein. Schon allein das Character-Design musste eine anstrengende Aufgabe gewesen sein, oder?
Takami: Das war es sicherlich. Es ist selten, dass so viele Charaktere allesamt zum selben Zeipunkt zum ersten Mal auftauchen. Es war eine Herausforderung all ihre Designs und ihre Hintergrundgeschichten zu erstellen. Toei Animation produziert jedoch auch die Serie One Piece, bei der ebenso in den "Dressrosa"- und "Marineford"-Sagas ziemlich große und chaotische Kämpfe stattfinden, also hatte die Crew schon Erfahrung. Wir beschlossen diese Herausforderung anzunehmen.

Nakamura: Wir wussten von Anfang an, dass es viel Aufwand werden würde, also gingen wir methodisch vor. Zum Beispiel wollten wir als erstes die Idee eines Battle Royale durch jede Menge Szenen mit chaotischen Kämpfen vermitteln. Danach legten wir den Fokus auf einzelne Kämpfe, die an verschiedenen Orten stattfanden.

Takami: In einem großen Getümmel weiß man nicht, wo man hinsehen soll, also ist es besser sich auf Eins-gegen-eins-Kämpfe zu konzentrieren. Mit diesem Regelwerk im Kopf war es auch einfacher große Sequenzen zu kreieren. Ich denke wir waren erfolgreich.

Gab es etwas auf das Sie bei der "Universum Survival"-Saga besonderen Fokus legten?
Nakamura: Ehrlich gesagt habe ich schon vor dem Start der "Universum Survival"-Saga darüber nachgedacht, die Bildqualität im Vergleich zum Beginn von Dragon Ball Super zu verbessern. Wir haben die Qualität schrittweise durch zahlreiche Ideen aus der Belegschaft erhöht. In der "Zukunfts-Trunks"-Saga kam es zu beachtlichen Verbesserungen. Ich habe diesen Job für die "Universum Survival"-Saga übernommen, die gesamte Belegschaft koordiniert und schreckte vor keiner Änderung zurück, um die Serie auch nur ein wenig besser zu machen. Die "Universum Survival"-Saga hat zahlreiche Kampfszenen, an deren Storyboards ich selbst beachtliche Korrekturen durchführte, um sie auch nur ein kleines bisschen zu verbessern. Ich versuchte die Vielfalt der Kämpfe zu erhöhen und benutzte dafür als Referenz Kampfszenen aus Realfilmen.

Die Qualität des einstündigen Specials (ausgestrahlt am 18. Oktober 2017[sic!]) war überraschend hoch.6
Nakamura: Es wurde ziemlich weit im Voraus beschlossen, dieses Special zu machen, also teilte ich dafür Personal und Geld zu und plante es mit der Belegschaft. Wir setzten uns diese Episode als großes Ziel.

Takami: Ich habe mich gefreut, von vielen Fans online und anderswo zu hören, wie sehr es ihnen gefallen hat. Und natürlich war es auch was die Story betrifft mit diesem ersten Power-Up ein unglaublicher Kampf. Toriyama-sensei gab uns den Begriff "Migatte no Gokui"7, dessen Hintergrundgeschichte und Design, also machten wir den Kampf zwischen Goku und Jiren zur Haupthandlung dieser Episode, in der auch "das Anzeichen für Migatte no Gokui" auftaucht.

Nakamura: Nachdem wir den Handlungsverlauf des Drehbuchs beschlossen und dieses Toriyama-sensei gezeigt hatten, bekamen wir von ihm Migatte no Gokui als Power-Up für Goku zurück. Toriyama-sensei erdachte es sich als im Vergleich zum Super Saiyajin vollkommen anderes Power-Up.

Selbst als sich alles in Richtung Höhepunkt entwickelt, hinterlässt die Szene in der Vegeta an seine Familie denkt einen bleibenden Eindruck.
Nakamura: Das tut sie sicherlich. Es war so wie bei seinem Tod in der "Majin Buu"-Saga. Überraschenderweise sorgt sich Vegeta mehr um seine Familie als Goku. In diesem Sinne ist er selbst in dem Original-Manga der Charakter, der sich seit seinem ersten Auftritt am meisten verändert hat.

Takami: Bevor das Turnier der Kraft begonnen hatte, bereitete Vegeta die Frage, wann sein Kind geboren werden würde, große Sorgen. Er hörte für eine Zeit sogar mit dem Training auf und ich dachte zu dieser Zeit, dass es schwer werden würde diese Ängste in den Griff zu bekommen. Ich fragte mich, ob er es schaffen würde, so kurz nach der Geburt seines Kindes in den Kampfmodus zu wechseln. Im Verlauf der Handlung ging jedoch alles natürlich von statten und er kämpfte während der zweiten Hälfte für seinen Stolz und seine Familie.

Nakamura: Wenn er in dem Turnier der Kraft verliert, könnte sein Universum zerstört und damit auch seine Familie ausgelöscht werden. Aus dieser Perspektive betrachtet fing ich an zu denken, dass Vegeta vielleicht sogar der motivierteste sein könnte. Obwohl es Vegeta nie zugeben würde, ist er fest entschlossen sicherzustellen, dass die neugeborene Bra-chan nicht ausgelöscht wird. In diesem Sinne denke ich, dass er wahrscheinlich am entschlossensten ist.

Takami: Man muss allerdings darauf aufpassen, Dragon Ball nicht zu sentimental werden zu lassen. Man muss die Welt, die Toriyama-sensei erschaffen hat, beschützen. Vegeta bringt gute Abwechslung in die Mischung.

Nakamura: Das stimmt. Vegeta ist nicht der Typ, der sein eigenes Kind im Arm hält und "Na na" sagt. Er ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Während er normalerweise "hmpf" sagt und sich distanziert verhält, macht er, wenn es hart auf hart kommt, auch Dinge wie Trunks umarmen. Deswegen bringt er, wie Takami-san sagte, gute Abwechslung und wird nicht zu sentimental. Da er normalerweise ein Charakter ist, der seine Gefühle nicht ausdrückt, kann man mit ihm in Dragon Ball am einfachsten Dinge, wie die Liebe zur Familie, ausdrücken.

Bilde ich mir das nur ein, oder haben Sie in die Darstellung von Vegeta sehr viel Aufwand investiert?
Nakamura: Habe ich das? Das war nicht beabsichtigt, aber... na ja, was die Kampfkraft betrifft ist Vegeta offensichtlich auf einem Niveau mit Goku. Ich persönlich wollte den Fokus aber auf Krieger wie Kame-Sennin oder Kuririn, die einen erstmal "Warum sollten sie die mitnehmen?" fragen lassen, legen. Weil Toriyama-sensei sie ausgewählt hat. Wenn er nur auf Kampfkraft aus gewesen wäre, hätte er nur Personen, die zum Super Saiyajin werden können, wie Goten oder Trunks, mitgenommen. Ich denke Toriyama-sensei machte den Umweg und wählte diese Personen, um uns zu sagen, dass wir Kämpfe machen sollen, die diese Charaktere gut einsetzen, an Stelle von Kämpfen, die einfach durch die Transformation in den Super Saiyajin gewonnen werden. Ich glaube das war sein Ziel hinter der Entscheidung, diese Krieger auszuwählen.

Es war schön zu sehen, wie Freeza Goku etwas von seinem Ki abgibt.
Takami: Das war tatsächlich nicht Teil von Toriyama-senseis Originalentwurf.

Nakamura: Ich dachte es mir als Gegenteil zu der Situation auf Namek, nur, dass jetzt Freeza derjenige ist, der sein Ki spendet. Ich stelle mir Freeza als sehr genaue Person vor. Wenn Goku aus dem Ring geflogen wäre, wäre das auch für Freeza zum Problem geworden. Immerhin versprach Goku vor dem Turnier der Kraft, Freeza wieder zum Leben zu erwecken. In diesem Sinne denke ich, dass sich ihre Interessen überschneiden, auch wenn Gokus und Freezas Motivationen das Turnier zu gewinnen unterschiedlich sind. Damit im Hinterkopf hielt ich sein Verhalten für nachvollziehbar. Obwohl er Goku hasst, sieht er es eher als Vorteil, etwas Ki abzugeben, um ihn dann später für seine Zwecke einzusetzen. Für mich ist Freeza-san jemand, der alles Notwendige tut, um seine Ziele zu erreichen.

Mir persönlich hat auch der Kampf der Liebe zwischen Nr. 18 und Ribrianne sehr gefallen.
Nakamura: Ah! Wirklich? Das freut mich zu hören! Das war eine weitere unserer Ideen. Ribrianne zeigt offen, dass sie jemand ist, der Ideale zielstrebig verfolgt. Ich dachte, dass Nr. 18 als vernünftige Person und Mutter ein gutes Gegengewicht darstellt. Ich wollte, dass dieser Kampf den Unterschied zwischen Idealen und der Realität zeigt.

Verstehe. Die beiden verhalten sich zueinander wirklich wie zwei Spiegelbilder. Es war großartig, wie Kuririn mitten im Kampf, während der Rückblende, nach "18-san!" ruft. Kuririn ist so liebenswürdig.
Nakamura: Ich halte Kuririn für unglaublich. Das zeigt einfach, dass Liebe, obwohl es einfach ist "Liebe" zu sagen, weit davon entfernt ist, einfach zu sein.

Nr. 18 und Vegeta drücken ihre Gedanken nicht auf herkömmliche Weise aus.
Nakamura: Das machen sie sicherlich nicht. Bei Dragon Ball-Charakteren ist es jedoch die Regel, die Gefühle zu verstecken und sie nur zu zeigen, wenn es hart auf hart kommt. Sie sprechen es vielleicht nicht aus, aber wenn die Zeit reif ist, beschützen und retten sie alle. Selbst Goku fasst sich normalerweise sehr kurz, aber seinen Freund Kuririn und seine Söhne Gohan und Goten schätzt er trotzdem. Auch Nr. 18 liebt Kuririn, obwohl sie normalerweise nicht darüber spricht. Ich denke Dragon Ball ist im Grunde eine Versammlung derartiger Personen.

Ich verstehe, das ist sicherlich richtig. Kame-Sennin könnte dafür das beste Beispiel sein.
Nakamura: Kame-Sennin macht zwar die meiste Zeit Späße, aber eigentlich ist er eine sehr ernste Person. Die Arbeit an der "Universum Survival"-Sage brachte mich auf eine Idee: Vielleicht überwindet Goku seine Grenzen, weil er sich die Lektion "es gibt immer einen Verbesserungsspielraum", die ihm Kame-Sennin durch seinen Sieg über Goku beim Tenkaichi Budōkai beigebracht hatte, zu Herzen genommen hat. Letztendlich kämpft Goku nicht, um seine Feinde zu töten, sondern um seine eigenen Grenzen zu testen und nicht zu verlieren. Ich denke er ist jemand, der neue Welten sehen, starke neue Leute kennenlernen und angeregt werden möchte, damit eine neue, unbekannte Version von ihm selbst auftauchen kann. Da die Lehren von Kame-Sennin den Weg für "Migatte no Gokui" ebneten, denke ich, dass sich dieses Motiv beginnend mit Gokus Kindheit in Dragon Ball durch die Gechichte bis hin zu Dragon Ball Super zieht.

Man könnte auch sagen, dass die zehn Kämpfer aus Universum 7 allesamt Rivalen sind, gegen die Goku über die Jahre hinweg gekämpft hatte. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ergibt alles einen Sinn.

Migatte no Gokui tritt in Episode 129 in Aktion und jeder würde sehr gerne wissen, was in den zwei letzten Episoden passieren wird, aber...?!

Nakamura: Das ist sicherlich jedem bewusst, aber in einer solchen Situation wird die Geschichte nicht damit enden, dass Goku einfach ein Kamehameha abfeuert und damit Jiren, wie vergangene Bösewichte, erledigt (lacht).

Immerhin ist Jiren nicht bösartig.
Nakamura: Genau, das ist er nicht. Jiren hat eine schwere Last zu tragen und lebt kein Leben, das auf Bösartigkeit basiert. Schlussendlich werden beide, wenn der Kampf vorbei ist, egal wer gewinnt oder verliert, obwohl sie unterschiedliche Standpunkte vertreten, vielleicht etwas Neues fühlen. Ein wenig wie Bushido.8

Verstehe, also lassen sie ihre Fäuste sprechen.
Nakamura: Ich möchte, dass Kinder wahrnehmen, was Jiren im Kampf gegen Goku lernt und fühlt. Ich denke es ist wahrscheinlich etwas, das auch draußen in der realen Welt angewandt werden kann. Weil andere nicht auf dieselben Dinge sensibel reagieren wie du. Tatsächlich denken sogar die meisten nicht auf dieselbe Art wie du. In dieser Serie ist es ein physischer Kampf, aber ich denke, dass jede Person ein Mal in einer Situation war in der die eigenen Ideen auf die einer anderen Person prallten und sie dabei etwas fühlte. Ich denke die "Universum Survival"-Saga von Toriyama-sensei ist so eine Story. Ich habe an ihr mit dieser Interpretation im Hinterkopf gearbeitet.

Takami: Regisseur Nakamura hat die "Universum Survival"-Saga bis hier hin durchgezogen und an den Storyboards und der Regie der letzten beiden Episoden mit Leib und Seele gearbeitet. Ich kann wirklich nichts anderes als "verpasst sie bloß nicht!" sagen.

Nakamura: Nein, sie sind nichts Besonderes... aber trotzdem habe ich mir noch nie zuvor über etwas so viele Sorgen gemacht. Ich persönlich finde das Ende von Episode 131 sehr passend. Obwohl die "Universum Survival"-Saga eigentlich Gokus Story ist, denke ich, dass sie tatsächlich auch Jirens Story sein könnte. Ich denke das war Toriyama-senseis Hintergedanke, als er jemanden wie Jiren, der nicht einfach böse ist, als größten Rivalen einsetzte. Ich habe an ihr mit dieser Interpretation im Hinterkopf gearbeitet, aber ich frage mich, was alle anderen davon halten werden.

Takami: Ich hoffe die Leute richten ihre Augen auf Nakamuras mit ganzer Kraft durchgeführte Regiearbeit und auf das Ende, das Toriyama-sensei für diese Story entwickelt hat. Ich persönlich habe das Gefühl, dass Toriyama-sensei versucht noch weitere Geschichten vorzubereiten.

Nakamura: Bitte bleibt bis zum Ende dran und wechselt nicht den Sender, auch nachdem die Story beendet ist. Es wird etwas Besonderes geben!

Danke für Ihre Zeit!

1 Der fünfte Dragon Ball Z-Kinofilm mit Freezas älterem Bruder Coola. Japanischer Kinostart: Juli 1991.
2 Kenshirō, der Hauptcharakter der Hokuto no Ken-Serie aus dem Jahr 1983, die auch im Weekly Shōnen Jump-Magazin erschien und von Toei animiert wurde.
3 Auf ähnliche Weise schrieb Toriyama 2015 folgendes in seinen Originalentwurf für den Kinofilm Fukkatsu no "F":
Ein erstaunlicher Kampf beginnt! (Diese Szene ist eine sehr wichtige Sequenz. Natürlich muss ich hier nur Wörter schreiben, also ist mein Part der deutlich einfachere. Sorry (^^). Das wird für euch Animatoren wahrscheinlich schwierig werden, aber gebt bitte euer Bestes)

4 Bin Shimada spielte zuvor Broli und Tapion aus den Dragon Ball Z-Kinofilmen und kleinere Rollen, wie den Kaiō des Westens, in der TV-Serie. Shimada vertonte außerdem den Gott der Erde und Bobbidi in Dragon Ball Kai.
5 Diese Tatsache wurde auch im Zusammenhang mit dem "Dragon Ball Raum" erwähnt.
6 Hier scheint es auf der offiziellen japanischen Webseite einen Tippfehler zu geben: Dragon Ball Super-Episoden 109 und 110 wurden tatsächlich gemeinsam am 8. Oktober 2017 hintereinander als Doppelfolge ausgestrahlt.
7 Für den Begriff 身勝手の極意 (Migatte no Gokui) sind unter anderem folgende Übersetzungen möglich: "Das Geheimnis des Instinkts", "Das Geheimnis des Egoismus", "Das Geheimnis der Eigenbewegung", "Ultimativer Egoismus", "Die höchste Stufe des Egoismus", "Vollendeter Egoismus" oder "Ultimative Eigenbewegung", "Die höchste Stufe der Eigenbewegung", "Vollendete Eigenbewegung". Daisuki übersetzt den Begriff in seinem offiziellen Simulcast als "Ultra Instinct" ("Ultimativer Instinkt" oder "Vollendeter Instinkt" oder "Die höchste Stufe des Instinkts").
8 Ein Wort, das die gemeinsamen Ideale und Regeln der Ehre der Samurai beschreibt.





Quelle: kanzenshuu.com

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